Umsatzsteuerliche Behandlung von (Geschenk-)Gutscheinen

Im Einzelhandel werden (Geschenk-)Gutscheine angeboten, auf denen ein bestimmter Geldbetrag ausge­wiesen ist. Diese Gutscheine können bei dem jeweiligen Händler (Handelskette) beim Einkauf wie Bargeld eingesetzt werden. Die umsatzsteuerliche Behandlung richtet sich danach, ob auf dem Gutschein eine kon­krete Ware oder Dienstleistung vermerkt ist oder nicht.[1]

Ist auf dem Gutschein keine konkrete Gegenleistung angegeben (sog. Wertgutschein), hat der Verkauf des Gutscheins (noch) keine umsatzsteuerlichen Auswirkungen. Es handelt sich lediglich um den Umtausch von Zahlungsmitteln (z. B. Bargeld gegen Gutschein). Erst bei Einlösung des Gutscheins unterliegt die Leistung der Umsatzsteuer.

Beispiel:

Ein Kaufhaus stellt einen Gutschein aus, der zum Bezug von beliebigen Waren aus seinem Sortiment berechtigt.

Werden dagegen Gutscheine über genau bezeichnete Leistungen ausgestellt (sog. Sachgutscheine), unter­liegt der vereinnahmte Betrag als Anzahlung der Umsatzsteuer.[2]

Beispiele:

Ein Restaurant stellt einen Gutschein über ein Frühstücksbuffet aus.

Ein Fitnessstudio stellt einen Gutschein zur Benutzung der Sonnenbank aus.

Bei Einlösung des Gutscheins unterliegt in diesen Fällen nur der ggf. noch zu zahlende Mehrbetrag der Umsatzsteuer. Auf der Rechnung über die Ausstellung des Gutscheins ist die Umsatzsteuer gesondert auszu­weisen; bei der (End-)Rechnung – d. h. bei Einlösung des Gutscheins – sind der Anzahlungsbetrag (netto) und die darauf entfallende Umsatzsteuer abzusetzen.[3]



[1]    vgl. OFD Karlsruhe vom 25. August 2011 – S 7270 – und OFD Magdeburg vom 2. Mai 2006 – S 7200 – 179 – St 244.

[2]    siehe § 13 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a Satz 4 UStG.

[3]    vgl. dazu Abschn. 14.8 Abs. 7 und 8 UStAE.